1930-1945

Der Mitgliederbestand hat seinen Höhepunkt mit 75 Mitgliedern 1930 erreicht. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit belastet mehr und mehr die Beitragszahlungsfähigkeit unserer Mitglieder.


Mit der Pachtung des Barumer Sees, der Ilmenaustrecke Grünhagen – Rote Schleuse und der Ilmenaustrecke Wichmannsburg – Grünhagen konnte der Verein gute Fischereigewässer und eine erhebliche Verbesserung der Angelmöglichkeiten für die Mitglieder gewinnen. Die Pachtung eines Wiesengeländes an der Ilmenau und am Bachzufluß oberhalb der Roten Schleuse schafften die Voraussetzung für die Anlegung von Brut- bzw. Fischaufzuchtteichen und den Bau des Anglerheims. (Die Mitglieder, die sich hier besonders verdient gemacht haben, waren Otto Reuter, W. Ossenkop, E. Meyer und Fr. Joers.)

 

Bild Neetze bei Fischhausen 1959

 

Mit diesen angeführten Leistungen und einem fast lückenlosen Vereins- und Kassenstand konnte W. Mink den Posten des 1. Vorsitzenden 1932 an K. Brüggemann übergeben. Ihm fiel es zu, nach der Übernahme der Deutschen Anglerverbände durch den Reichsbund Deutscher Sportfischer, den Zusammenschluß der in Lüneburg bestehenden 3 Angelvereine in den Lüneburger Angelsportverein – eine Anordnung des RDSF – zu vollziehen. Die erste Generalversammlung nach dem vollzogenen Zusammenschluß fand am 5.2.1935 bei Scheffler statt. Die Mitgliederzahl betrug 190. Das Barvermögen des Vereins 2.996,-- RM. Die Sachwerte bestanden in 2 Vereinsheimen (Rote Schleuse und Lietzberg), 2 Angelkähnen und verschiedenen Gerätschaften. Das jetzt zu erwartende höhere Beitragsaufkommen (Monatsbeitrag 1,50 RM, Erwerbslose 1,-- RM) förderte die Wirtschaftlichkeit des Vereins beachtlich. Die Angelmöglichkeiten konnten für das einzelne Mitglied durch die Zusammenlegung der Fischereipachtungen verbessert werden. Leider musste der Vorsitzende Brüggemann im April 1935 aus gesundheitlichen Gründen sein gut geführtes Amt abgeben. Sein Nachfolger Wilhelm Schulz übernahm die Leitung des Vereins, die dann im Januar 1936 an den verdienstvollen und bewährten Hinrich Ehlers überging. Seine Fähigkeiten, einen Verein zu leiten, sind bekannt und gestalten sich auch fruchtbringend während seiner langjährigen Amtszeit.

 

Die Zielsetzung des Reichsverbandes Deutscher Sportfischer, seine Maßnahmen und Anordnungen wirken sich immer wieder im Verein aus. Nicht alles findet im Verein volle Zustimmung bei den Mitgliedern. Verständnisvolle Zusammenarbeit zwischen Verband und Vereinsleitung in Verbindung mit der für alle Mitglieder zugänglichen Verbandszeitschrift „Der deutsche Sportangler“ führt hier zu erkennbaren Erfolgen. So begannen die vom RDSF angestrebten Ziele, den Angelsport zu heben, aus Anglern waidgerechte Sportfischer zu machen, Aufgaben, die schon unter dem Vorsitz von K. Brüggemann angefasst wurden, unter der Vereinsleitung von H. Ehlers Früchte zu tragen. An Übungsabenden wurden die Mitglieder mit den neuen und modernen Angelgeräten vertraut gemacht und in ihre Handhabung für den praktischen Gebrauch und für den Turniersport eingewiesen.

 

Schon in dieser Zeit wurde für die Beangelung der sog. Heidebäche (Salmonidengewässer) der Sportausweis vom RDSF zur Pflicht gemacht. Hierzu wurde u.a. eine gewisse Fertigkeit im Umfang mit der Spinn- und Fliegenrute gefordert. Ein Ansporn für viele Mitglieder, an diesen Übungsstunden und Lehrgängen teilzunehmen. Ein Hinweis auf die in dieser Zeit von namhaften und bedeutenden Fischereiwissenschaftlern und Sportanglern gehaltenen Vorträge mit und ohne Lichtbilder, die weit über den Vereinskreis hinaus an Bedeutung gewannen, sowie das 1. größere Wurfturnier in Lüneburg erscheint mir hier angebracht. Waren es doch Veranstaltungen, die in Lüneburg das Ansehen des Vereins und das Verständnis für den Angelsport förderten.

 

All diese vielen Jahre eines erfolgreichen Aufbaus des Vereins und des Angelsports wurden leider durch den unglücklichen Krieg mit seinen bitteren Auswirkungen unterbrochen. Es war ein Verdienst der alten treuen Mitglieder und nicht zuletzt des erfahrenen Vereinsleiters H. Ehlers, dass diese Jahre der Not und Sorge das Vereinsleben nicht ganz zum Erliegen brachten.

 

Bild Ilmenau 1969