nach 1945

Die in den Jahren 1945 – 1947 gewählten Vereinsleitungen hatten in dieser Besatzungszeit bei der Ausführung ihres Amtes mit vielen Schwierigkeiten und Anweisungen der Militärregierung zu kämpfen.


In dieser bewegten Zeit lag die Leitung des Vereins jeweils in den Händen der Vorsitzenden Kessler, Engel und Flügel. Bedauerliche Vorkommnisse in der Vereinsleitung gaben H. Ehlers erneut Veranlassung, das Amt des Vorsitzenden zu übernehmen. Mit seiner Wahl bekam das Vereinsleben wieder Festigkeit und Auftrieb. Der Verein wurde Mitglied des in Hamburg gegründeten Verbandes Deutscher Sportfischer und traf hier nach längerem Hin und Her seine Entscheidung für den Landessportfischerverband Niedersachsen.

 

Er leistete hier seine Mitarbeit am Aufbau des Verbandes und besonders des Unterbezirks II Ilmenau. Seine Hauptaufgaben waren jetzt – wie in den früheren Jahren – die Pflege und Reinhaltung der Fischgewässer, die Hege und Verbesserung des Fischbestandes und die Bekämpfung der Wildfischerei und der Fischereivergehen. Daß dem Verein hierbei auch die fischereiliche und waidgerechte Ausrichtung seiner Mitglieder am Herzen lag, sei hervorgehoben. Ebenso wurde durch gesellige Veranstaltungen, Preis- und Königsangeln, die Kameradschaft gepflegt. Neue Gewässerpachtungen – Ilmenau Stadtgebiet und Ziegeleiteiche Erbstorf – konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Besonders erfreulich und wertvoll für den Verein war der Eigentumserwerb durch den Kauf der Fischerei Ilmenau von Grünhagen bis zur Einmündung des Hasenburger Baches von Herrn A. Schröder, Lüneburg, und 2 Jahre später der Kauf der Fischerei Ilmenau bei Bienenbüttel von Eggers und Ehlbeck, Bienenbüttel. Diese Käufe wurden mit Hilfe und besonderer Opferfreudigkeit der Mitglieder ermöglicht. Die Aufnahme von Jugendlichen in den Verein und die Schaffung einer Jugendgruppe, die sich zum Guten entwickelte, wurde beschlossen. Mit diesen angeführten wesentlichen Aufbauleistungen dieser Jahre 1948 – 1959 setzte der Vereinsleiter Hinrich Ehlers sich ein Denkmal in der Geschichte des Vereins. Fast 77 Jahre alt trat er in der Hauptversammlung am 8.2.1959 von seinem mit Liebe geführten Amt zurück.

 

Stempel Sportfischerverband

 

Als Ehrenvorsitzender erhielt er in dankbarer Anerkennung seiner in 20 Jahren geleisteten verdienstvollen Aufbauarbeiten die silberne Ehrennadel des VDSF, ein Geschenk des Vereins und zu seiner größten Freude die Benennung des Anglervereinsheims am Lietzberg – dessen Erbauung mit sein Werk war – nach seinem Namen „Hinrich-Ehlers-Heim“. Mit ihm verdienten sich alle seine Mitarbeiter im Vorstand anerkennende und dankbare Worte.

 

Als Nachfolger des ausgeschiedenen Vereinsleiters wurde Willi Anhalt zum Vereinsvorsitzenden gewählt, der nach 3-jähriger, mit Erfahrung geführter Amtszeit am 4.2.1962 von Rolf Neuring abgelöst wird. Der Rücktritt des Gesamtvorstandes unter dem Vorsitzenden Neuring machte die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung erforderlich, auf der ein neuer Vorstand mit dem Vorsitzenden Hoiczyk gewählt wurde, der am 28.10.1962 seine Amtsgeschäfte übernimmt. Der Wohnortswechsel Hoiczyks macht am 12.1.1964 in der Jahreshauptversammlung eine Neuwahl des Vorsitzenden erforderlich. Die anwesenden Mitglieder entscheiden sich hier mit Mehrheit für die Wahl von Günter Jacobi, der die Leitung des Vereins am 30.1.1966 an den neugewählten 1. Vorsitzenden Sachs abtritt. Unter der Leitung von Sachs gelingt es dem Verein, die Ilmenaustrecke Fischereigerechtsame des Mühlenbesitzers Hintze in Medingen zu pachten und die Fischerei auf der Ilmenaustrecke Hasenburger Bach bis zum Fischerhaus am Bockelsberg von dem Fischereiberechtigen Zelle in Lüneburg käuflich zu erwerben. Mit diesem wertvollen Ankauf besitzt der Verein heute ca. 22 km Eigengewässer an der Ilmenau und ca. 13 km Pachtgewässer. Für den Verein, dessen Mitgliederzahl Anfang 1967 auf 351 angestiegen ist, eine erfreuliche Entwicklung, die die Mühen und Opferbereitschaft der Mitglieder rechtfertigt. Vermerkt sei hier noch, dass die Lehrgänge für die Sportfischerprüfung mit gutem Erfolg angelaufen sind und 1967 bereits 103 Mitglieder ihre Sportfischerprüfung mit Erfolg bestanden haben.

 

Mit dem Rücktritt des Vorsitzenden Sachs übernahm im Mai 1967 mit Zustimmung der Versammlung H. Scheumann die kommissarische Leitung des Vereins bis zur Jahreshauptversammlung am 28.2.1968, in der er einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Sein Beruf und seine fachlichen Kenntnisse in der Wasserwirtschaft kamen dem Verein während seiner Vereinsführung zugute. Die Pachtung einer Teilstrecke (4,5 km Neetzekanal) im Mai 1969 und der Abschluß des Pachtvertrages Volgershall waren u.a. seine besonders erwähnenswerten Leistungen. Sein Rücktritt nach fast 5-jähriger Amtszeit wurde bedauert (*)

(*) Dieser Teil der Chronik entstammt der Aufstellung der 50-jährigen Vereinsgeschichte von Ferdinand Dreyer.

 

Bild Anglerheim Lietzberg 1997